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Zentrumsvision Höchst | Kooperatives Planungsverfahren
Ein Ort im Rheintal: Nach wie vor geht der Verkehr durch die Ortsmitte. Nach wie vor sind hier die zentralen Dienste der Gemeinde angesiedelt, die Kirche, der Kindergarten, das Bauamt. Und dennoch ist zu spüren: Hier haben jahrzehntelang verschiedene Akteure nicht an einem Strang gezogen.
Dabei braucht es nicht viel, damit das Zentrum von Höchst sich räumlich wieder schließt, dass Häuser und Aktivitäten zusammenrücken, dass ein kurzer Aufenthalt viele Möglichkeiten in sich birgt, dass auch das Wohnen ein Teil der attraktiven Lage wird und bleiben kann.
Jeder öffentliche Raum, und insbesondere Gemeindeplätze, sind nur so gut wie die bauliche Fassung rundherum. Und natürlich müssen sich in dieser baulichen Fassung auch so viele interessante Akteure wie möglich mit ihren Aktivitäten wiederfinden; möglichst lückenlose Energie, kurze Wege, gute Erreichbarkeit für alle, Sehen und Gesehen-werden.
Die Kirche spielt die erste Geige, das ist klar. Ebenso das alte Schulhaus, das, im Fokus der Straßenachsen gelegen, alle Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Das alte Schulhaus stellt eine stolze Mitte des Ortes dar. Wir haben allerdings ein altes Bild gefunden, auf dem das Haus noch keine Laube an der Straße hatte, sondern nur eine Türe neben vielen Fenstern. Das Volumen war damit klarer, der Straßenraum übersichtlicher, die Nutzfläche im Erdgeschoss größer. Ein zweiter Spielraum für Optimierung tut sich bei den Gaupen im Dach auf, die die Silhouette beeinträchtigen, und ursprünglich nicht angebracht waren.
Ein stattliches neues Haus soll den Kirchplatz nach Westen hin abschließen. Der wesentliche Anker im Erdgeschoss soll eine Markthalle beherbergen, in der auf niederschwellige Art und Weise Produkte der regionalen Landwirtschaft vermarktet werden. Diese erdgeschossige Nutzung öffnet sich zum alten Schulhaus hin, die verglaste Fassade wird von einem durchgehenden Vordach beschützt, das auch ganzjährig Aktivitäten vor dem Haus ermöglicht. Hiermit schließt sich der Kirchplatz rund um das alte Schulhaus. Im ersten Obergeschoss werden Büroflächen angesiedelt sein, die den Kontakt zur Straße genießen. Darüber gibt es Wohnungen deren Terrassen in die Dachfläche eingeschnitten sind.
Eine vertraute Silhouette: Das ganze Haus ist in ein vertrautes Profil eingeschrieben, nämlich das Profil vom alten Rheintalhaus. Ein Haustypus, von dem es immer weniger gibt, der aber überall im Rheintal das Orts- und Straßenbild geprägt hat. Wir denken, dass es Zeit ist, sich an die ortsbaulichen Qualitäten dieses Typus zu erinnern, und zu überlegen, wie man ihm mit zeitgemäßen Nutzungen eine Renaissance ermöglichen kann. Die Landstraße nach Gaissau wäre ein Raum, der solche Häuser sinnstiftend aufnehmen könnte. Eine Straße in die Landschaft, eine Straße zu einer Landwirtschaft, die gerade heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Ein Leitmotiv: Wir denken, dass die gebaute Substanz von Höchst so vielfältig ist, dass entlang der Landstraße ein klares Leitmotiv eine wohltuende Wirkung entfalten kann. Dieses Leitmotiv soll zur Inspiration werden, die jeder Bauherr/jede Bauherrin anwenden kann, wenn er/sie Teil einer größeren ortsbildlichen Figur werden möchte.